Es gibt viele Gründe, warum Bands nach der Schule oder Hochschule auseinanderbrechen. Über ökonomische Aspekte wird hierbei selten geredet. Denn: Wer kann letztlich im System am besten überleben – und verdienen? Sänger und Komponisten. Es gilt im Grunde das „vor der Kamera oder hinter der Kamera“-Prinzip. Entweder man macht sich extrem öffentlich oder man schreibt lieber im Hintergrund. Dass selbst Journalisten inzwischen angehalten sind, am besten beides zu tun, verdeutlicht dieses Phänomen nur, dass man „öffentliche Person“ zu sein hat. Die Antwort vieler Künstlerpersönlichkeiten auf dieses Star-Prinzip: Hinter das Werk zurücktreten.

Lernen von Neuer Musik und Medienkunst

Ganz früher wollten manche Hofkomponisten der Reichen und Mächtigen auch beim Volk beliebt und bekannt sein. Also schrieben sie entsprechende Stücke und/oder tourten sogar. Auch daraus entstand Pop. Viele Komponisten aber treten selbst gar nicht auf, sondern lassen ihre Werke von anderen spielen (man weiß eben nicht unbedingt wie Stockhausen aussah). Und so sind sie weniger öffentlichem Druck und den Tücken des Mainstream-Populismus ausgesetzt. Dennoch müssen sie aber „Formate bedienen“, also für bestimmte Orchester oder sogar unter Förderauflagen arbeiten. Im Gegensatz zu Medienkünstlern dürfen sie die Strukturen nicht hinterfragen, die sie mit content und Daten beliefern. Wie ein Popstar – archetypisch: Bowie und Madonna – sich immer wieder „neu erfindet“, muss die Künstlerpersönlichkeit sich immer wieder neu zu Kontexten positionieren. Man nennt das „mobile Anpassung“.

Woher kommt das Geld?

Sehr wahrscheinlich profitieren vom Output eines Künstlers genauso sehr vor allem Großkonzerne wie von dem eines Popstars. Marktradikalen wie Jeff Koons macht das wenig aus. Sie folgen dem Weg von Andy Warhol bis an das Ende des Popmarkt-Systems. Andere wiederum wenden sich mehr oder weniger direkt an den jeweiligen Staat. In der Nähe von Opern, Theatern, Museen und auch Fördertöpfen für die „freie Szene“ können sich Künstlerpersönlichkeiten ohne den typischen Marktdruck oft freier entwickeln, müssen aber natürlich auch „Erfolge vorweisen“. Die Wahl der Zwänge ist also ein wichtiger Schritt hin zu einem Stück Unabhängigkeit.