Wer war immer da, wenn aus Deutschland innovative Popmusik entstand? Conny Plank. Leider führte ihn sein Lebensweg von Connys Studio in Hütschenhausen nur bis ins Jahr 1987, als er in Köln starb. Auch das war ein Fingerzeig zu Zeiten, als elektronische Musik im Schatten des Doms anfing, minimalen Electro Pop zu entwickeln, der da anknüpfte, wo auch Plank begonnen hatte.

Krautrock und Kraftwerk

Die wohl originellste und einflussreichste Band des Planeten, Kraftwerk, hieß zu Beginn noch Organisation. 1969 schon produzierte Plank ihr Album „Tone Float“ und blieb ihr dann bis zur Platte „Autobahn“ 1973 treu – oder eher umgekehrt. Plank produzierte auch Kluster – Später: Cluster. Dann: Qluster – (also Moebius und Roedelius) und deren Nebenprojekt Harmonia sowie ihre Alben mit Brian Eno. Ebenso Guru Guru, Ash Ra Tempel, Eloy und „Lonesome Crow“ von den Scorpions. Benachbarte Projekte wie die Soloalben von Michael Rother blieben ebenso wenig aus wie Arbeiten mit Bröselmaschine, Kraan, NEU!, La Düsseldorf und Hoelderlin. Dann ist es 1977 und es folgt „Before and after Science“ mit Brian Eno und sogar ein Grobschnitt-Album.

In Zeiten von Hip Hop, Synthpop und schließlich House und Techno

Anfang der Achtziger kommen nach Disco und Punk schließlich relativ zeitgleich Rap (eher black) und Synthie Pop (eher weiß) unter die Leute. Plank produziert in dieser Zeit u.a. auch Can, Devo, Ultravox, DAF und Rheingold. Das führt ihn zwangsläufig in New Wave Gefilde, gleichzeitig nahm Plank in dieser Phase aber auch eigene Alben mit Dieter Moebius auf, unter Beteiligung von Mayo Thompson (The Red Krayola). Internationale Hits wie „Vienna“ und regionale wie „Dreiklangsdimensionen“ machten Bands wie Eurythmics und Ideal und Joachim Witt auf ihn aufmerksam, schließlich Killing Joke („Revelations“), Gianna Nannini und selbst Whodini. Bald aber hatte der Pop-Mainstream die neuen Impulse inkludiert, selbst in Deutschland, wo Plank auch noch „Dein ist meine ganzes Herz“ von Heinz Rudolf Kunze auf den Weg brachte. Seine letzten Aufnahmen machte er mit Holger Czukay und Heiner Pudelko (Interzone), beide wichtige Bezugspunkte der kommenden Musikbewegungen.